Freitag, 20. Oktober 2017

Kapitissenfutter



Hach, das ist eine starke Schulter. Da kann sich die Kapitisse prima anschmiegen, wenn sie wieder mal im Hafen sind. Denn auf großer Fahrt muss auch ein Seefuchs springen, wenn es seine Schiffsschofföse will. Ahoi!

Foto. Conroy

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Hinaus auf's weite Meer …


 
 In jedem Hafen einen – und hier im Garten fängt sie schon mal an. Das Kowa-Görl hat sich für diesen Monat daran erinnert, dass sie doch eigentlich Kapitisse werden wollte. Und dann steht ihr doch wohl mindestens ein Matrose dafür zu.

Doch Conroy hat im Moment den Mund voll und keine Zeit für das Kalenderbild. Es gibt bei der verrückten Teegesellschaft noch Konfekt. Der kleine Bär musste da noch mal einen Schlenker in den Garten machen.

Inzwischen wird Antonetta ungeduldig. Sie hat sich extra einen kühlen Seefuchs gegriffen, an den sich eine zukünftige Kapitisse doch so schön anlehnen kann.

Und der rote Matrose ist so kühl, dass er einfach ungerührt stehen bleibt, wenn ein Ratte ihre Pfoten um ihn schlingt.

Endlich ist Conroy schussbereit. Jetzt kann die Rättin sich noch mal ganz dicht ranschmeißen. Darf denn eine Kapitisse sich überhaupt so an die Mannschaft schmiegen? Muss sie nicht immer Abstand halten? Untergräbt das nicht die Moral an Bord?

"Auch als Respektsperson habe ich eine weibliche Seite," protestiert die Kapitisse. "Ich will doch keine Nonne werden! Ich habe einen Unterleib und nicht nur für geblümte Röckchen!" Sie lässt den Kopf auf seine starke Schulter sinken. "Wenn das nicht drin ist, kann ich auch Lokführerin werden. Die sind einsam am Steuerpult!"


Fotos: Conroy und W.Hein




Sonntag, 15. Oktober 2017

Alle Tage



So ein Jahr hat ziemlich viele Tage. Jeden einzelnen davon im neuen "Teddy & Co" Kalender für 2018 zu markieren, dauert viel länger, als es sich der verrückte Hutmacher vorgestellt hat. Dennoch summt er beim zeitfressenden Abstreichen der einzelne Tage – bedeutet doch jeder Strich einen weiteren Feiertag im neuen Jahr.

 Die Schlafmaus ruckelt das Kissen in der Tasse zurecht. Sie will schnell noch etwas vorschlafen, bevor die neue Festsaison beginnt. Wenn hier künftig jeden Tag eine wilde Teegesellschaft gefeiert wird und es in den Tassen hoch her geht … dann ist auch ihre Schlafttasse nicht länger sicher. Eh eine Schlafmaus in dem Moment überhaupt gähnen kann, schwimmt ihr Kuschelkissen in einem Heißgetränk. Bevor es in einem plötzlichen Strudel langsam absinkt.

Den Taschenkalender hat der verrückte Hutmacher fast fertig: Jeden Tag feiern sie einen Nicht-Geburtstag mit einer großen Teeparty. Und damit auch kein Tag vergessen wird, hat er jeden einzelnen Tag als Nicht-Geburtstag markiert. Die Planung dafür ist dabei nicht so einfach. Denn natürlich hat jeder – Hutmacher, Schlafmaus oder Märzhase an einem Tag dann einen Doch-Geburtstag, den sie nicht feiern könnten. Aber zum Glück haben sie mit Alisa und Conroy zwei Ehrengäste gefunden, die sich nun beim Nicht-Geburtstag-Haben ablösen können.

Der Märzhase rauft sich seine Löffel. Er versteht den Hutmacher nicht. Wenn sie jeden Tag eine Party feiern, dann muss der rote Feuerkopf die neuen schönen Kalender nicht mit wilden Kritzeln verschandeln. Es muss doch Ausnahmen geben, wenn die Markierungen einen Sinn haben sollen. Doch der Hutmacher behauptet, so eine Nicht-Geburtstagsfeier bleibt etwas Besonderes. Sie ist ja 'mehr' Programm am Tag als keine Nicht-Geburtstagfeier. Und ein 'mehr' sollte man immer mit einem 'mehr' kennzeichnen. Also streicht er gleich auch noch alle Tage im Aufstellkalender 2018 an. Den stellen sie an der Festtafel auf, damit sie sich bei jeder Feier schon auf das nächste Fest freuen können. Und danach ist noch der große Wandkalender dran, den der Hutmacher im Haus aufhängen will. Damit die Ehrengäste keinen Termin im Garten verpassen. Denn ohne Ehrengäste müssten die Tassen tocken bleiben. Und dann würde nur der Schlafmaus nichts fehlen. Sie würde den Tag einfach durchschlafen.


Fotos: W.Hein


Auch in diesem Jahr hat der Kawohl-Verlag den "Teddy & Co"-Kalender für 2018 wieder in drei Größen herausgegeben. Vielleicht wird es den Wandkalender demnächst nicht mehr geben, denn nicht nur die Bären und Wunderländer finden die kleinen Formate offensichtlich praktischer.


Samstag, 14. Oktober 2017

Reise ins Nirgendwo


  
Die Mäuse laufen immer weiter im Kreis. Immer um die Stühle rum und die Musik spielt ununterbrochen dazu.

Seit sie die acht Stühle entdeckt haben, wollen die Nager endlich nach Jerusalem reisen.

Sie haben zwei heiße Scheiben aufgelegt, die abwechselnd laufen.

Und jetzt geht es darum, rechtzeitig einen Stuhl zu besetzen, um nicht herauszufliegen.

Von Zeit zu Zeit werfen sich deshalb alle auf die Stühlen und zucken ein wenig auf den Sitzflächen. Bevor sie wieder runterrutschen und weiter laufen … weil die Musik sie wieder weiter treibt.

Aber irgendwie kommen sie nur im Nirgendwo an.

Denn, wer soll schon gewinnen, wenn keine Maus aufhören muss?

Vielleicht sollte es nicht mehr Sitzgelegenheiten als Mitspieler geben?

Und irgendjemand sollte dafür sorgen, dass dieses Gedudel endlich aufhört.



Fotos: W.Hein

Die acht Stühle kommen von Wolfram Liebe Holzminiaturen. ich hatte sie ursprünglich für die Tische in der Hafenspelunke bestellt. Als Silke sie auspackte, träumte sie von einem großen Truthahnessen und die Mäuse haben offensichtlich eine Reisemöglichkeit nach Jerusamlem darin gesehen. Auch wenn sie wohl nie ankommen werden.


Dienstag, 10. Oktober 2017

Ein Jahr der Feiertage



Es ist ein Garten, in dem sich Fuchs und Fuchs 'Guten Tag' sagen.

Denn der Hase hat keine Zeit für solche Nettigkeiten. Er rauft sich seine Märzenhasen-Löffel, wenn er noch weiter dem verrückten Hutmacher zuhören muss.

Der Hutmacher hat alle Teegesellschafter im Freien zusammengerufen. Es gilt, die nächste Saison im Garten zu planen. Denn schließlich will er auch im neuen Jahr so viele wilde Feten mit Heißwassergetränken wie möglich feiern. Allein es fehlen noch die rechten Anlässe.
  
Alisa zieht einen widerstrebenden Conroy in den Garten. Der kleine Bär findet die Gesellschaft der wilden Teegesellschafter immer etwas anstrengend.

Kaum hat der Hutmacher die beiden Bären erblickt, winkt er sie aufgeregt heran: "Das ist ja wunderbar! Ihr habt mir zu eurem Glück gefehlt. Und es soll natürlich auch nicht mein Schaden sein."

" Nicht sein Schaden hah!" grummelt der Bärenjunge im Schlepptau. Ihm schwant schon jetzt nichts Gutes. Doch Alisa lässt nicht locker: "Das wird doch sicher lustig," Sie zerrt weiter an der Pfote. "Fragt sich nur, für wen," brummelt Conroy. 
 
Mit weiten Schwüngen schwingt der Hutmacher das Teesieb. Die beiden kommen gerade richtig zur Festtagsplanung. Zum Glück sind die neuen Kawohl-Kalender von "Teddy & Co" für 2018 längst angekommen. Dort ist jeder Tag des neuen Jahres schon jetzt verzeichnet. So kann ein Hutmacher alles haarklein planen und genau festlegen, wann die Einladungen zur nächsten Teegesellschaft raus müssen.

Die Schlafmaus wollte es sich gerade in der Tasse bequem machen. Doch sie befürchtet, dass sie dennoch kaum zum Schlafen kommen wird. Der Hutmacher wird sicher keine Ruhe geben, bevor nicht jeden Tag eine wilde Party gefeiert wird. Und da geht es auch in Schlaftassen schnell etwas feuchter zu.

Stolz führt der Hutmacher den neuen Kalender vor. Besonders wichtig ist ihm der August: "Seht ihr, das ist doch schon jetzt ein Bild von einer Teegesellschaft. Da müssen wir doch einfach jeden Tag abfeiern." Alisa nickt, aber sie ahnt, dass das ziemlich anstrengend werden kann. Bekommt sie von Tee und Konfekt eigentlich einen Rausch? Oder droht nur Hüftgold und häufige Besuche in der Keramikabteilung des Hauses?

Nun, Conroy ist sicher, dass er vom Konfekt keinen Rausch bekommt. Dafür ist das doch viel zu lecker.

"Eigentlich ist es ganz einfach," verkündet der Festtagsplaner mit dem hohen Hut. "Wir feiern jeden Nicht-Geburtstag!" Er wift seine Stirn spielerisch in Falten, bevor er auf die Bärin zeigt: "Du Alice …" "Alisa," korrigiert ihn schnell die Petzeline "…äh, du Fast-Alice hast an mindestens 364 Tagen im Jahr Nicht-Geburtstag. Und den feiern wir jedes Mal mit einer großen Party." Er freut sich über die eigene Gerissenheit: "Dann sind wir doch schon mal ein gutes Stück weiter,"

"Dann fehlt uns jetzt immer noch ein Tag," sinniert der Rotschopf. Es wäre ihm unerträglich, ausgerechnet an einem Tag im Jahr auf den Tee in Gesellschaft verzichten zu müssen.

Die Schlafmaus dreht sich schnell auf die Seite und versucht rechtzeitig vorzuschlafen. Sie hat es ja schon vorab gewusst. Es wird ein hektisches Jahr werden, und die kleine Schlafmütze wird schlaftrunken von einer Party in die nächste stolpern.

Conroy hat gerade nicht zugehört. Er ist immer noch von den Konfektauslagen abgelenkt.

Der Hutmacher kann sein Glück nicht fassen: "Wir feiern dann im neuen Jahr fast jeden Tag den Nicht-Geburtstag von Fast-Alice. Und wenn es nicht regnet oder stürmt, treffen wir uns hier im Garten. Dann hoch die Tassen und Tee bis zum Abwinken."


"Moment mal," da hat Alisa doch noch eine Frage: "Wir treffen uns hier jeden Tag, an dem ich nicht Geburtstag habe?" Der Hutmacher nickt begeistert: "Korrekt! Und du musst einfach nur kommen. Denn du bist unser Ehrengast." Alisa schluckt: "Das werde ich nicht schaffen. Ich habe doch auch noch andere Dinge zu tun." Nun muss die rote Löwenmähne schlucken: "Das geht nicht. Ohne Ehrengast können wir nicht feiern."

"Hallo junger Freund," der Hutmacher hat vielleicht die rettende Idee. "Du bist doch ein Kein-Conroy." "Ich bin höchstens ein Doch-Conroy!" widerspricht ihm hastig der kleine Bär." "Nen, nein, im Wunderland gibt es keinen Conroy," beharrt der selbsternannte Leiter der Fettagsplanung. "Ich kenne die Schriften und es gibt dort keinen Conroy, du kannst nur ein Kein-Conroy sein."

"Aber sieh, mein Bester, dass du ein Kein-Conroy bist, ist jetzt von unschätzbarem Vorteil. Nur du kannst die verfahrene Situation retten," umschmeichelt er den widerstrebenden Bären. "Wenn du ein Kein-Conroy bist, dann hast du auch einen Kein-Geburtstag. Und das ist quasi das Gleiche wie ein Nicht-Geburtstag."

Ein Kein-Conroy mit einem endlosen Nicht-Geburtstag? Und das soll ein Vorteil sein? Der kleine Bär kann es nicht glauben. Auch wenn es dafür jeden Tag Konfekt satt geben würde.

"Das mache ich auf keinen Fall," Conroy stapft kräftig mit dem Fuß auf, um seinen Worten Nachdruck zu verleihen. "Wenn ich keinen Geburtstag habe, bekomme ich auch keine Geschenke! Und keinen Geburtstagskuchen und darf keine Kerzen ausblasen. Und es kommen keine Freunde und bringen noch mehr Geschenke. Und wenn ich dann keinen Geburtstag mehr habe, dann sind sicher auch Namenstag, Ostern und Weihnachten in Gefahr. Dann sitze ich das ganze Jahr im Garten, süppel Tee und meine Sachen bekommen andere, die sie vielleicht noch nicht mal verdient haben. Das mache ich auf gar keinen Fall!" Und noch ein Fußstampfer als Riesenausrufezeichen. 

"Aber an einigen Tagen könntest du doch?" Der Hutmacher hatte sich diese Sache jetzt nicht so kompliziert vorgestellt. "Meinetwegen," murmelt Conroy. "Und habt ihr beide am selben Tag Geburtstag?" "Natürlich nicht!" rufen die beiden kleinen Bären entrüstet. Sonst gäbe es am Ende nur eine halbe Feier. Da könnten sie ja gleich ihren Geburtstag an Weihnachten haben! Denn da sind Geburtsgeschenke in Weihnachtspapier noch das kleinste Übel! "Dann ist ja alles bestens," Der Hutmacher greift sich den Taschenkalender. "Wir feiern eure Nicht-Geburtstage abwechselnd es kommt, wer gerade Zeit hat. Hauptsache wir haben jeden Tag ein Nicht-Geburtstagskind." Summend beginnt er die Tage im Kalender abzustreichen. Der Märzhase greift sich wieder entsetzt die Schlappohren. "Willst du jetzt jeden Nicht-Geburtstag markieren?"

"Natürlich, es muss doch alles seine Ordnung haben. So … und der Tag ist auch weg." "Aber … aber …" stammelt der Märzhase … "wenn du jeden Tag anstreichst, da kannst du es auch lassen, weil es ja keine Tage ohne Feier gibt." Der Hutmacher kann da nur sanft den Kopf schütteln. Das ist doch das Ziel. Jeder Tag im neuen Jahr wird ein Feiertag. Und das wird er zur Sicherheit für alle hier schon mal ankreuzen.

Es ist ein Garten, wo sich Fuchs und Fuchs auch 'Gute Nacht' sagen. Denn die Hasen raufen sich weiter nur die Löffel.


Fotos: W.Hein


Die drei "Teddy & Co"-Kalender sind auch für das Jahr 2018 im Kawohl-Verlag erschienen. Es gibt wieder den großen Wandkalender, den der Hutmacher im Haus gelassen hat sowie die Postkarten-Version und den kleinen Aufkleberkalender, der hier alle Termine für die kommenden Teegesellschaften verzeichnet bekommt. Da es jedes Mal spannend ist, ob es eine weitere Ausgabe geben wird, freut sich nicht nur der Hutmacher über die aktuellen Kalender. Auch Conroy winkt stolz vom Titel und kann es kaum erwarten, wenn 'sein' Monat dran ist.

Mittwoch, 20. September 2017

Bienenstich



Die Rättin tänzelt die ganze Zeit durch den Ring und haut mit den Lederhandschuhen Löcher in die Luft. Da muss der Fotograf mindestens genauso flink auf den Beinen sein. Sonst riskiert er eine dicke Lippe und blaue Augen.


Foto: Conroy.

Dienstag, 19. September 2017

Schattenboxen


 
"Ich fliege wie der Schmetterling – und steche wie eine Biene" Antonetta tänzelt leichtfüßig und lässt dabei die Fäuste schwingen.

"Aua, das ist aber eine fetter Bienenstich!" Conroy muss aufpassen, dass er beim Fotografieren keinen Schwinger abbekommt. "Ich dachte, du wolltest den Schatten boxen – und nicht mich!"

Auch Geert hat es zu Boden gerissen. Er wollte als Sparringspartner ganz sparsam mit der Rättin ein paar Runden gehen. Damit sie sich als eine Boxerin fühlt und es nicht nur mimt.


Doch Antonetta ist eine Kriegerin. Kaum hat sie sich die Handschuhe übergestreift, greift sie an. Die Handschuhe fliegen und trommeln auf den armen Bären ein. Die Rattenpfoten werden zum Glück gedämpft und die Schläge schmerzen nicht wirklich. Doch die Rättin lässt erst ab, als sich der überrumpelte Petz wie ein Sack voller träger Sägespäne ächzend am Boden windet.

Da saust wieder ein satter Schwinger, dicht gefolgt von einem knappen Aufwärtshaken. "Hast Du das, Coroy? Ich fühle mich so stark und dabei – Zack! – superschnell." Wenn der Junge jetzt abdrücken würde, wären ihre Fäuste sicher voll im Fluge – so gefährlich unscharf.

"Au – nicht auf die Nase!" Gleich kann Antonetta die Bilder mit einem Selfie-Stick machen. Wenn er weiterhin hinter beiden Pfoten in Deckung gehen muss.



Fotos: Conroy & W.Hein