Sonntag, 15. Januar 2017

Sir Hopsalot testet neue Alternativen



Immer die gleiche Leier. Der Hase beklagt sich ständig bei der weißen Maus über die Fortbewegung. Er ist ja für das wilde Umherspringen. Aber hier in einer guten Stube haben alle immer gleich Angst um das feine Porzellan. "Aber was ist die Alternative?" Sir Hopsalot hat schon vieles ausprobiert, mit und ohne Räder. "Nichts davon hat mich mitgerissen," hibbelt das Langohr von einem Lauf auf den anderen. "Soll ich etwa schweben?" Die Babymaus kann sich das Grinsen kaum verkneifen und verspricht dem Hasen nicht nur eine Alternative zum zügellosen Hüpfen sondern eine ganz neue Erfahrung.

"Und was soll das jetzt sein?" Sir Hopsalot kann gar nicht erkennen, was der weiße Nager nun so Besonderes macht. Die Babymaus schmunzelt, als sie erklärt: "Das ist Stillsitzen!" "Das kann doch jeder!" Der Hase tänzelt um den Stuhl. "Wirklich?" schnell rutscht die Maus von der Sitzfläche und bietet dem wippenden Hibbelhasen ihren Platz an: "Dann versuch's!"

"Pah! Das ist es doch wohl, oder?" Der Hase thront schon auf dem Stuhl. Er hebt enttäuscht die Pfoten. "Keine große Kunst …" und will schon wieder absteigen. "Moment, Stillsitzen ist kein Sekundensport sondern eine Lanzeitübung," bremst ihn die weiße Maus. "Du musst da schon noch länger oben bleiben."

"Und jetzt?" Sir Hopsalot ist irritiert. Er sitzt schon eine gefühlte Ewigkeit ganz still … oder wenigstens ziemlich still und die Maus will gehen! "Ich muss noch in die Küche, ich habe noch einen Käsekuchen im Rohr. Dazu gibt es Kornkaffee und Kartoffelmarzipan," beruhigt ihn die Hausmaus. " Ich komme ja wieder." Und so lange soll er … was machen? Eigentlich nichts … aber: "Geh nur, ich sitze hier ganz still," verkündet tapfer der Tester.

Jetzt ist sie weg. Aber kein Problem, Sir Hopsalot muss ja einfach nur sitzen bleiben …

Er hat doch nur ein wenig geruckelt und schon wirft der Teppich zwischen den Stuhlbeinen wilde Wellen und fiese Falten. Darauf kann doch niemand professionell stillsitzen. Sir Hopsalot rückt schnell den Stuhl wieder zurecht. Das ist ja wohl beim Stillsitzen erlaubt …

So lange er den Stuhl nicht verlässt, gilt das wohl auch noch …

Und ein bisschen Rumrutschen dient ja nur der Lockerung. Bevor seine Hasenpfoten einschlafen, er einen Wadenkrampf bekommt oder seine Blume hässliche Sitzfalten …

Das Geheimnis des stillen Sitzens ist, dass er immer auf der Sitzfläche bleibt und nicht den Boden berührt …


Naschen ist ja sicher auch erlaubt. Obst ist beim Leistungssport immer gut …

Also … das soll ihm mal jemand nachmachen. Er sitzt ja so 'was von still …

Spannend, da sitzen ja vier Bären auf dem Sofa. Die sind ja wie festgewurzelt und fast so gute Stillsitzer wie er. Dabei ist so ein Sofa doch eher etwas für Flachfläzer …

Irgendwie war der bisherige Stuhl nicht das richtige Arbeitsgerät. Vielleicht ist diese Sitzhilfe ja besser. Sie liegt gut in der Pfote. Aber so an der Wand kann er nicht richtig arbeiten …

Dieser Stuhl ist deutlich besser. Hier mitten im Freiraum wird er noch ein echter Profisitzer. Aber … nein … der hölzerne Stillmacher ist auch noch nicht perfekt …

Da kann er sich doch gleich auf den Hocker hocken und in die Tasten hauen. Klimpern und klavieren kann der Hase auch im Sitzen. Oder gilt 'still' auch für die Lautstärke?

Es wäre auch nicht schlecht, wenn der Hase bei aller Hingabe auch eine Melodie kennen würde und nicht nur hektisch die Pfoten über die Tasten wirbeln ließe. Der Engel auf dem Klavier verdreht nur noch die Augen.

Hocken ist auf Dauer wohl kein Stillsitzen. Aber Sir Hopsalot kann auch perfekt dieses reduzierte Bestuhlen …

Wenn es nicht so enervierend langatmig wäre …

Als die Babymaus nach zehn Minuten wieder kommt, findet sie einen matten Hasen.

Sie will sofort wissen: "Und wie ist nun das Stillsitzen?"

Sir Hopsalot seufzt: "Es macht mich total fertig."


Idee: SchneiderHein    Ausstattung und Szenerie: SchneiderHein

Sir Hopsalot von der Forrest Blue Factory gibt immer wieder alles – ohne Rücksicht auf die eigene Gesundheit – um alternative Fortbewegungsarten zu testen. Er ist immer noch ein überzeugter Springinsfeld, hat aber schon Rollschuhe, Rollräder für den Fortschritt, Reiten, Rehreiten, Siebenmeilenstiefel, Motorroller und Eiertransporter ausprobiert. Die Babymaus von den Furry Critters unterstützt ihn häufiger bei seinen harten Einsätzen. Doch im Vergleich zum wilden Umherspringen kann den Hasenhüpfer bisher noch nichts überzeugen.


Das Stillsitzen ist auf keinen Fall eine echte Alternative!


Sonntag, 8. Januar 2017

Feingebäck und Federvieh



Vielleicht war es doch ein Fehler: Gleich nach Ende der Weihnachtssaison im Einzelhandel hat Sir Hopalot das Sortiment auf fruchtiges Feingebäck und farbenfrohe Federreptile umgestellt. Aber es scheint eine schwierige Mischung zu sein. Es scheint nur wenige Naschkatzen unter den Saurierfans zu geben. Und die gefrässigen Echsen sind doch etwas unheimlich, die mögen wohl nicht unbedingt Fruchttörtchen. Da bringt der Hase besser die Kasse in Sicherheit.


Foto: W.Hein

So schwierig hat sich Sir Hopsalot von der Forrest Blue Factory den Einzelhandel nicht vorgestellt. Da wird er künftig lieber wieder einfachere Aufgaben übernehmen.

Sonntag, 1. Januar 2017

So eine Bescherung


Das passiert danach: Heckmeck mit Jack
Und so geht es weiter: Süßer Fehler

Teddy darf noch einen Keks. Aber dann ist Schluss, sonst bekommt er noch schwere Träume vom Magendrücken.

Albert ist froh, dass sich alles doch noch gefunden hat. Die Tafel ist reichlich gefüllt, alle Keksbäckerinnen hatten endlich Zeit und Victoria konnte das Fest eröffnen. Jetzt sitzen alle beisammen, klönen, knabbern und kaffeesieren. Wer möchte, kann natürlich auch einen Rhabarberwein bekommen, den kredenzt er gern. Aber zum Glück trinken die meisten Tee oder Kaffee zum Gebäck.

Der Elefant ist glücklich, sich hier einfach einladen zu dürfen. Da wäre er auch mit Wasser und Brot, nein halt, mit Wasser und … leckeren Keksen zufrieden.

Das müssen sie noch mal in Ruhe klären. Wenn Plum sich eine Schale oranisiert, warum dürfen dann auch alle anderen reingreifen? Nur weil die größer ist und mehr Kekse reinpassen? Mifi und Cedric können sich ja selbst umtun, bevor er hier alles umverteilen muss.

Jack hat da seine Dose lieber in Deckung gebracht. Wenn zu viele Mitesser auftauchen, kann er rasch unter den Tisch schlüpfen und das Tischtuch über die Beute ziehen.

Mosi fragt degegen die Merry-Maus, ob sie ihm noch etwas vom Teller runterreichen soll. Dottie ratscht mit einer Mützenmaus über die Frage, ob Apfelkuchen nicht immer leckerer ist als ein nackter Apfel. Ist da doch viel Zucker dabei, wogegen so mancher Apfel ihr einfach nur das Mäulchen zusammenzieht, wenn sie reinbeißt. Ihr Gesprächspartner kann da gerade nicht widersprechen, da sein Mund voller Apfel ist.

Jack liebt diese Schokokringel und hat deshalb die ganze Dose mitgenommen.

Aber er hätte sich doch gleich unter den Tisch verziehen sollen. Er will gerade in den nächsten Ring beißen, da hat Alice ihn entdeckt und zetert gleich los. Er solle teilen, sich nicht die Magen verderben und überhaupt sei es keine Art, allein unter dem Tisch zu hocken. Er soll lieber mit den anderen Rackern spielen. Dabei futtern die doch auch nur unentwegt, wenn keiner guckt.

Buttercup hat schon den ganzen Tag in der Küche gesessen und gestanden. Da ist sie froh, ein wenig umherzulaufen und immer wieder mit anderen Mädels zu tuscheln. Irgendwie war es die ganze Zeit beim Backen so hektisch, da ist sie gar nicht zum tieferen Quatschen gekommen. Und Olivia hat ja viel zu erzählen. Wie sie wie eine Löwin ihre Kekse verteidigt hat, und warum es dennoch keine Sterne mit Zuckerguss gibt …

Über allem schwebt ein leises Murmeln und Knuspern. So wie wenn alle auch ohne großes Programm zufrieden sind und eigentlich auch keine perfekt gedeckte Tafel benötigen. Jeder nimmt sich, was er will und wechselt immer mal den Platz, um dabei auch das Thema zu wechseln. Und wenn dort kein Stuhl ist, tut es auch ein Schaukelpferd.

Die Küche ist noch ein Schlachtfeld. Etwas überhastet haben die Mädels sie verlassen, als die Kekse, Plätzchen und Lebkuchen endlich gebacken waren. Zudem drängte Victoria, sie könnten doch endlich anfangen, wenn die meisten Backwaren schon längst essfertig sind.

So fällt es niemandem auf, dass sich Rosa und Hug-Me davongeschlichen haben, um in der Küche noch nach weiteren Leckereien zu suchen, die die emsigen Weihnachtsbäckerinnen beim eiligen Aufbruch übersehen haben.

Doch Victoria hat ihr Verschwinden bemerkt, als sie gerade alle Gäste mit der Glocke zusammenholen wollte.

Die beiden Entdeckerinnen müssen Victoria versprechen, gleich nachzukommen, hat die Mausedame doch etwas Wichtiges zu verkünden.

"Albert, es wird Zeit für die Bescherung!" Victoria stellt sich mit der Glocke in Positur. "Wo sind die Geschenke?"

Der Mäuserich im hellbluen Seidenjacket lässt entsetzt das Glas sinken: "We-we-welche Geschenke?" Jetzt versteht Victoria ihren Albert nicht mehr: "Wir feiern hier Weihnachten, also bekommt hier jeder jetzt Geschenke!" "Das war mir nicht klar," stammelt der feine Herr. "Ich war so mit der Party beschäftigt, mit den Keksen, dem Einkauf der Küchenausstattung, dem Prüfen der Vorräte, da war doch keine Zeit für bunte Pakete! Und da reichen ja nicht nur Papier und Bänder, da muss jemand noch die ganzen Innereien … also dieses Geschenke-Innenleben besorgen …"

Auf den Schreck braucht Albert erst einmal einen kräftigen Schluck. Geschenke! Das hätte ihm doch jemand sagen müssen. Auch wenn Weihnachten ist, das ist doch kein Automatismus. Wie oft wird doch schon gesagt: "Wir schenken uns nichts!" Victoria läst die Glocke sinken. Hier gibt es nichts zu läuten und zu verkünden.

Im Gegenteil, Rosa hat keine Zeit für Victorias Gebimmel. Dieser Teller mit Lebkuchen sollte wohl längst bei der Feier stehen. Aber entweder war auf der Tafel kein Platz oder er wurde schlicht vergessen.

Auch Hug-Me ist fündig geworden. Es gibt einen geheimen Keksvorrat im Spültisch, wenn man ihn nur ganz auszieht.

Drinnen geht die Feier weiter. Alle sind bester Laune und Victoria hofft inständig, dass es auch so bleibt. Bis jetzt hat noch niemand etwas vermisst.

Eine kleine schwarze Maus fühlt sich gerade reich beschenkt: "Rosa schau mal! Ich haben einen Schatz gefunden."


Idee und Szene: SchneiderHein

Das Ende ist erreicht, es wird Zeit für neue Abenteuer in anderen Bühnen. Die beiden Räume werden wir garantiert aber wiedersehen, wenn auch mit etwas anderer Ausstattung. Eigentlich sollten die beiden Zimmer, das Hexen-Halloween-Haus der Mäuse ergänzen. Schon im Herbst platzte die Hexenküche aus allen Nähten und ein Hexenschlafraum hatte auch noch keinen Platz im Haus. So suchten wir eine alte Zweiraum-Puppenstube als Ergänzung. Keine absolute Ruine aber auch kein gelecktes Hochglanz-Apartment, damit es zu einer Hexe passt, die mit einem Renovierungsstau gut leben kann. Wir haben dann bei Ebay dieses Modell gefunden und sind immer noch begeistert, wie perfekt es für uns passt. Fußboden und Wände sind alt aber sofort nutzbar. Die Küche ist der größere Raum mit einer blauweißen holländischen Kacheloptik. Eine große Verbindungstür und Fenster mit Echtglas zum Öffnen sind noch intakt. Und das Ganze für einen Preis, der ca. ein Fünftel von den Summen beträgt, die für andere Puppenstuben in der Weihnachtszeit aufgerufen wurden. Jetzt haben wir "nur" ein Platzproblem, denn nach den Feiertagen benötigen wir die Stellfläche eigentlich wieder für andere Aufgaben.


Süßer Fehler


Hier hat alles angefangen: "Eine Runde in der Weihnachtsbäckerei"
Und so ging es weiter: "Heckmeck mit Jack"

Jack hat Küchenverbot. Er steht noch etwas unschlüssig vor der Tür. Was soll er machen, bis endlich die frischen Backwaren anrollen?

Er könnte den Jungs beim Plündern der Adventsteller helfen. Denn die sind auf der Anrichte deutlich besser zu erreichen als die Bonbongläser auf dem obersten Brett im Spielzeugregal. Zum Glück hatte Teddy die glänzende Idee mit dem Stuhl mit der Kletterlehne, damit ist es jetzt ein Kinderspiel.
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Nun muss der kleine Mausemauser nur möglichst viel möglichst schnell in seinen Katzenbeutel schaufeln, bevor es einer von den Großen merkt. Cedric drängelt: Schokoherzen ja, Dominosteine lecker, Spekulatius sind eigentlich etwas trocken, nur diese Südfrüchte, Äpfel und den anderen Gesundkram kann er den anderen lassen. Sie vernichten hier nur das leckere Zeug …


Hug-Me schiebt vorsichtig die Tür zur Küche auf. Sofort umhüllen sie die verführerischen Düfte von Zimt, Koriander, Orangen in einem einzig-großen Aroma von warmen Teig mit leichten Röstnoten. Oder wie sie es sagt: "Es riecht einfach saulecker!"

Es ist bald kein Platz mehr in der Küche. Immer neue Bleche kommen aus dem Ofen und sollen schnell auskühlen. Die Mäuse verteilen sie auf allen Steh-im-Wegen und nutzen alle freien Arbeitsplätze, alle leeren Hocker und Schemel. Doch nun wird es eng. Alice braucht noch ihren Arbeitsplatz. Da können jetzt noch keine Backwaren abgestellt werden, bis sie endlich Esstemperatur bekommen.

Hug-Me könnte ein wenig helfen, Platz zu schaffen. Wenn die Maus im blauen Kleid zuhören würde. Doch die wieselt geschäftig durch die Küche, hüpft auf Hocker, blickt kritisch unter den Tisch, schickt Holly noch einmal ans Regal, ob sie dort nicht alles zusammenschieben kann. Und murmelt dabei die ganze Zeit: "Kein Platz, keinen Fatz Platz, absolut kein Platz …"

Da hat Alice die rettende Idee. Ab mit den neuen Blechen in den Kühlschrank. Dort  werden sie sogar noch schneller kalt.

Mist! Die Idee hatte offensichtlich schon jemand anderer. Alle Ablagen sind voll und die Kekse dampfen noch, wenn sie die Tür öffnet und frische Luft in den Schrank ziehen kann.

"Mach die Tür zu!" ruft Dottie, "ich habe den Temperaturregeler extra auf 'Nordpol' gestellt, damit die Kekse ganz schnell kalt gemacht werden. Ich muss nur aufpassen, dass sie am Ende nicht anfrieren."

Aber Dottie hat auch keine Idee, wo in der Küche noch Stauraum versteckt sein könnte. Die Mädels haben nicht damit gerechnet, dass die Kekse so viel Platz brauchen, wenn sie aus dem Ofen kommen. Die emsigen Bäckerinnen sind sich noch nicht einmal sicher, ob sie überhaupt genug Deckeldosen für die Lagerung haben. Da werden sie wohl die ganzen Backwaren noch ofenfrisch verputzen müssen, ohne Rücksicht auf die empfindlichen kleinen Mausebäuche.

Buttercup und Valentine haben das Problem, dass die frisch eingestrichenen Schokoecken erst noch trocknen müssen, bevor man sie eindosen kann. Sonst pappt alles zusammen und dann hätten sie gleich so etwas wie eine kalte Hundschnauze basteln können. Auch sie brauchen dringend Lagerflächen. Oder das einzige, was bald noch in die Schokomasse eintaucht, sind ihre Finger, die sie sich danach genüsslich ablecken.

"Genny, tu was!" Alice ist verzweifelt. Sie möchte eigentlich nur noch den Schneebesen schwingen, um Eimasse unter den Teig zu heben, damit neue luftige Plätzchen mit Mandeln belegt werden können. Die Mandelscheiben wird sie mit Eiweiß festkleben. Und da ist es ihr egal, dass genau das ihre Probleme nicht löst. Eigentlich sogar nur noch größer macht.

Olivia sucht inzwischen Platz für das nächste Blech und balanciert es dafür durch die ganze Küche. Sie muss aufpassen, dass sie dabei nicht über Hella stolpert, die im eiligen Bodeneinsatz immer wieder versucht, die kleinen Missgeschicke mit Mehl, Milch und Eiern sofort zu beseitigen. Und sie sollte auch nicht mit Mosi zusammenstoßen, die gerade mit dem großen Schieber den nächsten Schwung der süßen Last in den Ofen schiebt.

Da kann die schwarze Maus Hug-Me der Olivia helfen. Wenn sie die beiden Kekse hier rasch verputzt, ist doch sofort Platz für viel mehr Plätzchen.

Der Mäuserich mit gehobenem Geschmack und Hang zum Rhabarberwein wartet derweil wieder auf Victoria. Kurz war sie da, jetzt ist sie aber schon wieder weg: Die Tafel könnte besser ausgestattet sein. Und Albert bleibt mit den Gästen zurück. Er mag da nichts allein entscheiden und hält sich erst einmal am Glas fest.

Plötzlich ist Victoria wieder zurück: "Worauf warten wir, Albert?"

"Ja also, die Plätzchenbackerei ist noch in vollem Gange," haspelt er. "Da sind noch die ganzen Mädels beschäftigt und haben keine Zeit. Da dachte ich, wir warten noch …"

"Dann sorge ich mich um unsere schmalen Weinvorräte." Auf den Schauder nimmt er einen Schluck. "Aber die Läden sind schon geschlossen. Ich glaube, für eine Einladung zur Bottle-Party ist es zu spät, wenn die Gäste schon da sind."

Ein Elefant hat sich direkt neben der Küchentür positioniert. Jedes Mal wenn die Tür sich auch nur einen Spalt öffnet, nimmt er einen Rüssel voller süßer Versprechen. Wenn es nur halb so lecker schmeckt, wie es jetzt schon duftet, dann ist er zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Rosa kann es auch kaum erwarten, dass die Tür sich öffnet und sie endlich an die Süßwaren dürfen. Einen Elefanten, den seine gute Nase hierher geführt hat, fürchtet sie nicht. Wenn überhaupt, müssen die grauen Segelohren ja Angst vor Mäusen haben. Doch der hier liebt ihr offenes Haus und findet die Düfte viel zu lecker für kleinliche Nagervorurteile unter Dickhäutern.

Die weiße Maus mit roten Schleife holt die nächsten dampfenden Lebkuchen aus der Röhre: "Wo ist das Blech! Ich muss die sofort loswerden. Die nächste Fuhre Weihnachtsmänner wartet."

Olivia hat zwar noch ein Blech gefunden, damit Mosi ihren Schieber frei machen kann. Aber dort können die noch heißen Backwaren nicht stehen bleiben. Den Hocker brauchen sie noch, um den Apfelkuchen fertig zu belegen.

Alice hilft der eifrigen Putzsau, die letzten Spuren vom Abenteuer 'Backen mit Jack' zu beseitigen. Aber wenn sie jetzt alle neuen Bleche direkt auf den nackten Boden stellen, können sie den Teil der Küche gleich absperren, bevor die erste Maus in die tiefliegenden Kekse tritt.

Oliva reicht es. Wenn hier kein Platz mehr für die ganzen Leckereien ist, dann müssen die Bleche eben raus aus der Küche.

Da kann Evie ihr gleich noch ein paar zusätzliche Bleche in die Pfoten drücken, damit sie sich wieder bewegen können.

Ups, das war wohl doch noch nicht zu Ende gedacht. Olivia hat ja ganz vergessen, dass hinter der Küchentür so viele gierige Schlünde warten. Das ist kein sicherer Platz für  fertige Backwaren.

Plum und Mifi nutzen das Geschiebe und Gedränge an der Tür und sichern sich einen bunten Teller.

Die hungrigen Münder schließen Olivia immer dichter ein. Die kleine Maus weiß wirklich nicht mehr, wohin sie sich drehen soll. Die lachenden Kekse und bunten Zuckersterne muss sie wohl verloren geben.

"Albert, wird es nicht Zeit, die Tafel zu eröffnen?" Das Geschmause an der Tür zeigt Victoria, dass die Gäste wirklich hungrig sind. "Mein Bester, wir sollten beginnen." Gleich! Albert wollte eigentlich warten, bis sich der Mauseauflauf um die Kekse wieder gelegt hat. Er würde gern alles in Ruhe und Würde machen und nimmt bis dahin noch einen Schluck Rhabarberwein.


Idee und Szene: SchneiderHein


Uff, das ist eine lange Bilderstrecke. Die Geschichte könnte auch straffer erzählt werden, manchmal sind es einfach zu viele Motive, die sonst nur auf Festplatten ungesehen festhängen, bis die Festplatten endlich 'crashen'. Und ein richtiges Ende hat diese Erzählung eigentlich auch nicht, da kommt noch was. Bis dahin weisen wir diesmal auf den schönen alten Spültisch via Ebay von Muse-007 hin, eigentlich selbst mehr Sammlerin als Händlerin. Dazu sollte man den Drehschemel und den grünen Kachelofen von Liebe Holzspielzeug beachten, die am Liebsten Funktionsmodelle bauen oder die alten Handwerkstechniken bei der Herstellung gleich mit verkleinern. Die Sammelleidenschaft meiner Mutter reicht bis ins Mauseregal, denn die kleinen Weihnachtsmänner haben wir diesen Herbst beim Entrümpeln des Kellers orignalverpackt gefunden. Und schließlich einen besonderen Dank an unsere Nachbarin. Das kleine Geschenk zu Weihnachten hatte sie in eine passende Serviette eingeschlagen. Die ist inzwischen das festliche Tischtuch für die Weihnachtstafel.


Es endet mit: So eine Bescherung